Danksagung
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
bereits blicken wir zurück auf unsere exzellente gemeinsame Jahrestagung vom 30.9.-4.10.2011 am Rheinknie in Basel bei besten spätsommerlichem Bedingungen. Dieses Wetterglück und die motivierte, aber entspannte gute Stimmung in der sehr angenehmen und übersichtlichen Kongressanlage haben die 5 Tage begleitet.
Auch diesmal war wieder ein Teilnehmerrekord zu verzeichnen mit 4700 Teilnehmern, für einen Austragungsort ausserhalb Deutschlands bisher unerreicht. Dies ist umso erfreulicher als der sehr starke Franken unsere Erwartungen doch tiefer hielt. Die enorme Dynamik der Fortschritte in der Hämatologie und Onkologie sowie die sehr vernetzte klinische Forschungstätigkeit verschiedenster Kompetenznetzwerke und Arbeitsgruppen haben uns in grosser Zahl zusammengeführt. So haben in mehr als 200 Veranstaltungen gut 700 Redner weit mehr als 1000 Referate gehalten! Zahlreiche gut präsentierende Poster deckten die ganze Breite der hämatologischen und onkologischen Forschungsresultate ab und wurden in sehr gut besuchten Postersessions speziell hervorgehoben. Dabei konnte auch ein sehr hohes Niveau des wissenschaftlichen Nachwuchses konstatiert werden.
Nach den bereits fast traditionellen Best-off-2011 Eröffnungsreferaten in Onkologie-Hämatologie und Radioonkologie der Herren Fey, Neubauer und Sedlmayer wurde mit einem magistralen Vortrag von Radek Skoda in der ersten Plenarsitzung mit dem topaktuellen Thema MPS und JAK-2 Mutationen ein weitere Höhepunkt gesetzt.
Erstmals haben wir kommentierte Best- Abstract Präsentationen durchgeführt, was allgemein sehr geschätzt wurde. Positive Resonanz erhielten auch die Kommentare durch die Sitzungsvorsitzenden bei den freien Vorträgen. Wissenschaftliche Symposien mit den Themen „Ethik und Medizin“ oder „Wissenschaft und Kultur“ haben weitere spezifische thematische Schwerpunkte gesetzt, welche uns über unseren beruflichen Alltag hinausgeführt haben.
Ein unvergesslicher Akzent war sicherlich die faszinierende Darstellung der ganzen „Peak-Oil“ Thematik im globalen Kontext durch Dr. Ganser im gut besuchten Eröffnungssymposium, wo uns wieder bewusst wurde, in wie kurzer und ineffizienter Weise wir die fossilen Ressourcen dieses Planeten plündern und wie enorm dies die globale Weltpolitik prägt.
Die uns unmittelbar betreffende Ressourcenfrage, nämlich die der exorbitanten Medikamentenpreise wurde von Ian Tannock aus Toronto präzise seziert und mit zahlreichen Daten in einen kritischen Kosten-Nutzen Kontext gestellt. Es ist keine Frage, dass überhöhte Medikamentenpreise eine ausgewogene und breite Gesundheitsversorgung gefährden und auch keine nachhaltige Strategie für die Pharmaindustrie darstellen. Herr Bundesrichter Meyer hat ein hiesiges kürzliches Bundesgerichtsurteil kontextuell erläutert welches sich zur Limite jährlicher Medikamentenkosten von über 100 000 Franken äusserte und viel Diskussion auslöste. Dabei wurde klar, dass hier die Politik hier die Auseinandersetzung mit der Öffentlichkeit scheut und dieser Diskurs nicht durch Gerichtsurteile ersetzt werden kann.
Auf der globalen Ebene hat Franco Cavalli gezeigt, dass immer mehr Menschen in wenig entwickelten Ländern an Krebs erkranken und wie wenig Menschen überhaupt Zugang zur modernen Onkologie haben und wie hier ganz andere Strategien als bei uns Vorrang haben müssen.
Der Jahrestagung war wiederum ein sehr gut besuchter 2-tägiger Hämatologiekurs vorangegangen, welcher von der Schweizerischen Gesellschaft für Hämatologie organisiert wurde. Ein von der Schweizerischen Patientenorganisation ho/noho und der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie organisierter Patiententag war hochkarätig besetzt und hat Patienten und Familien mit Experten in krankheitsspezifischen Workshops zusammen gebracht. Die Onkologie-Pflegefachleute hatten eine eigene, ebenfalls 2-tägige sehr gut besuchte Fortbildungsveranstaltung und viele Onkologiepflegende besuchten noch weitere Symposien und Vorträge an der Gemeinsamen Jahrestagung.
Viele Teilnehmer genossen das Konzert der bekannten „Festival Strings Lucerne“ mit der berühmten Geigerin Viviane Hagner in der Martinskirche in der Altstadt und waren begeistert.
Es ist diesmal gut geglückt, den wissenschaftlichen Kongress und die Industrieausstellung zwar in unmittelbarer Nähe, aber klar getrennt zu halten und dies auch in der Programmgestaltung nicht zu vermengen wie dies heute international gefordert wird.
Wir sind überzeugt, Sie haben auch eine spannende, lehrreiche und angenehme Zeit in Basel erlebt und im Namen des ganzen wissenschaftlichen Komitees danken wir allen Kolleginnen, Kollegen und Mitarbeitern der DGHO herzlich, welche diese Tagung so erfolgreich gemacht haben!
Prof. Dr. med. Thomas Cerny